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Egress-Kosten

Auch: Data Transfer Out · Ausgehender Datenverkehr · Egress

Gebühren für Daten, die eine AWS-Region, eine Verfügbarkeitszone oder die Cloud verlassen. Eingehende Daten sind meist kostenlos.

Die Grundregel ist einfach und wird trotzdem selten eingeplant: Daten hinein kosten nichts, Daten hinaus kosten. Der Preis staffelt sich nach Ziel. Am teuersten ist der Weg ins offene Internet, günstiger der Weg zwischen Regionen, wieder günstiger der zwischen Verfügbarkeitszonen, und kostenlos ist Verkehr innerhalb einer Zone.

Das erzeugt eine Asymmetrie, die Architekturentscheidungen prägt: Eine Anwendung, die viel liest und wenig ausliefert, ist günstig. Eine, die große Dateien, Medien oder Exporte ausliefert, zahlt pro Nutzer. Wer das erst nach dem Start merkt, hat ein Geschäftsmodellproblem, kein Kostenproblem.

Der zweite Ort, an dem Egress unbemerkt entsteht, ist die Mehrzonigkeit. Eine Anwendung in Zone A, die eine Datenbank in Zone B anspricht, erzeugt Verkehr in beide Richtungen, und beide Richtungen kosten. Bei chattigen Protokollen und hoher Frequenz summiert sich das.

Der wirksamste Hebel gegen Internet-Egress ist ein Auslieferungsnetz. CloudFront hat günstigere Ausgangsraten als S3 oder EC2 direkt, und Verkehr von S3 zu CloudFront ist kostenlos. Wer statische Inhalte direkt aus S3 ausliefert, zahlt den höchsten Tarif für Daten, die zwischengespeichert werden könnten.

Bei einer Migration gehört Egress in das Kostenmodell, das vor dem Umzug steht. Der Rückweg aus der Cloud ist der teuerste Datenpfad überhaupt, und wer eine hybride Architektur baut, in der ständig Daten zwischen Rechenzentrum und Cloud fließen, bezahlt diese Entscheidung dauerhaft.

Woran Sie es erkennen

  • Große Dateien, Medien oder Exporte werden direkt aus S3 oder von EC2 ausgeliefert.
  • Die Rechnung enthält nennenswerte Positionen für Data Transfer Out.
  • Es gibt eine dauerhafte Verbindung zwischen Rechenzentrum und Cloud mit regelmäßigem Datenfluss.
  • Niemand kann sagen, was ein Kunde oder ein Vorgang an Datenverkehr kostet.

Nicht zu verwechseln mit

NAT-Gebühren
Ein Sonderfall, der auch dann anfällt, wenn die Daten die Region nie verlassen. Verkehr zu S3 in derselben Region durch ein NAT Gateway kostet, obwohl es kein Egress im eigentlichen Sinn ist.
Speicherkosten
Was Daten kosten, solange sie liegen. Egress ist, was sie kosten, wenn sie sich bewegen. Archivklassen sind im Speicher billig und im Abruf teuer, dort treffen beide aufeinander.
Request-Kosten
Gebühren pro Zugriff, unabhängig von der Datenmenge. Bei vielen kleinen Objekten können sie den Datenanteil übersteigen.

Wann es trägt

  • Vor jeder Architektur, die große Datenmengen ausliefert: Medien, Exporte, Backups zu Dritten.
  • Bei einer Migration, als Teil des Kostenmodells vor dem Umzug.
  • Bei mehrzonigen Aufbauten mit chattiger Kommunikation zwischen den Zonen.

Wann nicht

  • Als Argument gegen Ausfallsicherheit. Was mehrzonig sein muss, bleibt mehrzonig.
  • Bei Anwendungen, die überwiegend lesen und wenig ausliefern, ist der Posten meist unbedeutend.

Wie man rangeht

  1. Ausgehenden Verkehr nach Ziel aufschlüsselnIm Cost and Usage Report nach Verbrauchsart trennen: Internet, zwischen Regionen, zwischen Zonen, NAT. Die vier Posten haben völlig verschiedene Lösungen.
  2. Statische Auslieferung hinter ein Auslieferungsnetz legenCloudFront vor S3 senkt die Ausgangsrate und macht den Weg von S3 zum Netz kostenlos. Der größte Einzelhebel bei medienlastigen Anwendungen.
  3. Gateway-Endpunkte setzenDamit Verkehr zu S3 und DynamoDB nicht durch das NAT Gateway läuft. Kostenlos und schnell.
  4. Zonenübergreifende Chattigkeit prüfenWo Anwendung und Datenbank ohne Grund in verschiedenen Zonen liegen, korrigieren. Wo Mehrzonigkeit gewollt ist, den Posten als Preis der Ausfallsicherheit akzeptieren und benennen.
  5. Komprimieren, was ausgeliefert wirdKompression und passende Formate senken die Byte-Menge direkt. Der billigste Egress ist der, der gar nicht entsteht.

Häufig gefragt

Warum ist eingehender Verkehr kostenlos?

Weil er Kunden anzieht und bindet. Daten hineinzubringen ist billig, sie wieder herauszubekommen kostet, und das ist ein bewusster Teil des Preismodells aller großen Anbieter. Wer eine Architektur baut, in der viele Daten dauerhaft hin und her fließen, sollte das im Blick behalten.

Senkt CloudFront wirklich die Kosten?

Bei statischer Auslieferung meistens deutlich. Die Ausgangsraten sind niedriger als bei S3 oder EC2 direkt, der Weg von S3 zu CloudFront ist kostenlos, und zwischengespeicherte Inhalte erzeugen gar keinen Ursprungsverkehr mehr. Bei dynamischen Antworten ohne Zwischenspeicherbarkeit ist der Effekt kleiner.

Lohnt es sich, Verkehr zwischen Zonen zu vermeiden?

Nur wo die Mehrzonigkeit keinen Zweck erfüllt. Wenn Anwendung und Datenbank aus historischen Gründen in verschiedenen Zonen liegen, ist die Korrektur richtig. Wenn Mehrzonigkeit die Ausfallsicherheit trägt, ist der Verkehr der Preis dafür und keine Verschwendung.

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